Mittwoch, 21. Oktober 2009

"Marienhof"-Review: Eifersucht, Missbrauch und gute Freunde


Die Review zur gestrigen "Marienhof"-Folge kann ich noch nachreichen. Gestern kam ich einfach nicht mehr dazu sie online zustellen - dafür dann aber nun heute. Und die Folge gestern schien sich perfekt zu eignen, weil mir vieles an ihr gefallen hat. Angefangen bei Toni (Sandra Koltai) und Nic (Hendrik Borgmann). Nachdem Nic auf Kult-Doktor macht und eine scheinbar nette Homage an 'dem Arzt den die Frauen vertrauen' spielte, schien Toni zu glauben, dass sich Nic einer seiner Patientinnen (Johanna Klum) zu sehr genähert hat. Eifersucht steht eigentlich auf den Plan - zu der Toni, die schließlich verheiratet ist, aber eigentlich gar keine Berechtigung hat. Schließlich bekommt auch Nic mit was mit Toni los ist und als sich beide wieder ihrer verbotenen Gefühle füreinander klar werden, taucht in einer innigen Umarmung plötzlich David (Christian Volkmann) hinter ihnen auf. Die Minuten von wo aus David das Krankenhaus betritt bis er dann Toni und Nic endlich erwischt hat, schienen überings in Stundentack zu vergehen - oder kam nur mir das so vor. Der Spannungsaufbau da ist also gelungen.

Richtig gut gefallen tut mir ja derweil die Geschichte um Lea (Maria Hönig) und ihrem Pflegevater (Holger Christian Gotha). Diese schlimme Erfahrung bringt den Charakter natürlich einiges an Sympathiepunkte ein und noch besser ist wohl, dass die Geschichte auch noch gut umgesetzt ist. Neuling Maria Hönig brachte ihre Szenen sehr emotional rüber und man hat ihr die Rolle des missbrauchten Teenagers, der sich dafür schämt, was mit einem angestellt wurde, ohne Zweifel abgenommen. Auch Ruth (Simone Gorholt) konnte man mir hier etwas näher bringen, auch wenn sie mir manchmal noch als etwas zu aufgepuscht daher kommt. Das Verbrennen der Nacktfotos war dann natürlich die Verzweifelstat, die man wie Ruth schon angemerkt hat auch hätte anders verwenden können. Doch Lea schien hier durchaus Herrin der Situation zu sein und merkte an, dass man dem Pflegevater mit Fotos eh nichts nachweisen könnte, weil er eben nicht zusehen war. Final ist natürlich nun in der WG noch ein Foto verloren gegangen, was dann früher oder später bestimmt zu Charlie (Sven Thiemann) gelangen wird.

Sülo (Giovanni Arvaneh) wurde derweil aus dem Krankenhaus entlassen, muss sich aber für drei weitere Monate schonen. Wie gut, dass er im Marienhof wohnt, wo es selbstverständlich die besten Freunde der Welt gibt, die einem dann wieder auf die Beine helfen. Und das meine ich ohne jedliche Ironie, denn gerade diese Szenen gestern haben mich spüren lassen, was für ein Zusammenhalt im Marienhof unter den einzelnen Charakteren herrscht. Was das ganze dann zum Wohlfühl-Vergnügen macht und auch das sollte dann eine Soap manchmal präsentieren. Richtig mitgegangen bin ich dann überings auch bei den Szenen mit dem kleinen Bruno (Lukas Rehmann), der gar nicht so recht verstanden hat, was mit seinem Papa nun eigentlich los ist. Für beide Seiten - sowohl für den alleinerziehenden Vater als auch für den kleinen Jungen - muss diese Situation alles andere als leicht sein. Gereade deswegen packte sie mich auch ein bisschen und war gut ausgereizt.

Als abschließendes Fazit bleibt also festzuhalten, dass sich Nic als Dr. Stefan Frank im Marienhof versucht, während ich mit den Zwillingen langsam was anfangen kann und die Story um Sülo und seine guten Freunde einfach ein tolles Gefühl mit sich bringt. Oh und mir gefällt überings die neue Krankenhaus-Kulisse sehr gut. Es gibt also Fortschritte im Marienhof, sodass vom Relaunch manchmal mehr - manchmal aber auch weniger - was zu merken ist.

Photo: © Das Erste

Kommentare:

  1. Klasse! Ich finde deine Reviews jeweils einfach wirklich super geschrieben. Danke Lukas und bitte immer weiter so!!

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  2. Ob Lea bei dem Verbrennen der Fotos wirklich Herrin der Lage war, würde ich dahingestellt sein lassen. Ich vermute, es war ausschließlich eine - für ihre Situation aber völlig verständliche - Kurzschlussreaktion. Aber eigentlich ist das ja egal, denn nachweisen hätte man dem Pflegevater sicher auch mit den Bildern nicht wirklich etwas können. Insofern schade, als dieser ungeschoren davonkommt. Andererseits aber vielleicht gerade darum gut gemacht, da näher an der Realität. Denn wieviele Opfer solcher Taten bringen diese überhaupt irgendwann ans Licht?

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