Donnerstag, 5. November 2009

"Verbotene Liebe": Zu viel Geschwisterliebe?


Es ist nicht das erste Mal, dass "Verbotene Liebe" ein Geschwisterpaar in der Serie hat. Schon zuvor gab es mit Jan und Julia und später auch mit Jana und Nico, die dann allerdings immerhin doch unterschiedliche Väter haben, prominente Beispiele. Neu in dieser kleinen Gruppe sind nun Helena (Renée Weibel) und ihr Bruder Tristan (Jens Hartwig). Und während ich vorweg nehmen kann, dass ich beide Schauspieler durchaus sympathisch finde und sie einen guten Job machen, bin ich bei ihrer Geschichte dann doch anderer Meinung.
Im Bett gemeinsam Schach spielen, eng umschlungen einschlafen und gestern eine mehr als deutliche Eifersuchtsszene lässt eigentlich glauben, dass es sich hier um ein neues Liebespaar und keine Geschwister handelt. Nun ist uns ja seit Jan und Julia durchaus bewusst, dass Geschwister auch tatsächlich als Liebende funktionieren und man sich trotz Verwandschaftsgrad sogar ein Happy End für die beiden wünscht - allerdings dürften die beiden dafür wohl nicht miteinander aufgewachsen sein.
Bei Jan und Julia funktionierte es, weil sie beide nichts von der Existenz des anderen wussten und sich erst ineinander verliebt haben, bevor ihr Familiendrama sie in die harte Realität zurückholte. Bei Tristan und Helena sind diese Fronten mehr als geklärt und trotzdem wird eine Abhängigkeit der beiden voneinander gezeigt, die schon beinahe krankhaft wirkt. Vor allem mit Tristan zeigt man hier eine Rolle, die wirklich komplex angelegt sein könnte, durch die etwas verstörte Beziehung zu seiner Schwester kann man sich aber nur schwer auf ihn einlassen.
Als Tristan in Düsseldorf ankam und gleich mit dem Feuer, wenn nicht mit dem Teufel, persönlich spielte, indem er eine Nacht mit Tanja (Miriam Lahnstein) verbrachte, war ich überrascht über die Frische, die der Charakter und Jens Hartwig in der Rolle mit sich brachte. Ist das in Ossendorf alles schon Geschichte? Wenn man Tristan in Helenas Nähe lässt scheint es so. Durchaus gefällt er mir im Zusammenspiel mit anderen. Wie er im Schneiders Bruder Sebastian (Sebastian Schlemmer) sein Verwandtschaftsverhältnis zu Christina vor die Augen führte, war genial und im Handlungsgeschehen lange überfällig. Auch Helena gefällt mir abseits ihres Bruders ganz gut und kann dafür sorgen, dass ich die Szenen mit Rebecca (Jasmin Lord) jedenfalls halbwegs überstehe. Doch so bald die beiden dann zusammen ist, befürchte ich jede Minute, dass dieses Geschwisterverhältnis uns vor dem Bildschirm zu sehr als verkante Liebe klar gemacht werden soll.
Ich glaube schon, dass Geschwisterliebe unter Zwillingen etwas sehr starkes sein kann. Immer wieder bekommt man in verschiedenen Medien klar gemacht, dass sie entweder unterschiedlich wie Tag und Nacht sind oder aber sie auffallend abhängig voneinander sind. "Verbotene Liebe" weiß hier nun letzteres gut darzustellen, allerdings bewegt man sich hier wegen der Tatsache der verschiedenen Geschlechter auf einen dünnen Draht, sodass in einigen Szenen weniger vielleicht mehr ist. Die gemeinsamen Schachspiele stören mich nicht, doch müssen die in einem Bett stattfinden? Auch gegen den Beschützerinstinkt hinsichtlich seiner Schwester habe ich nichts, doch muss Tristan gleichzeitig seine offensichtliche Eifersucht zeigen? Wie gesagt, ein schmahler Draht, den man einfach besser entlang wandern muss. Denn als Liebespaar, wie einst Jan und Julia, wird man uns die beiden auf keinen Fall verkaufen können und so sollten die Autoren es verstehen Szenen mit einer fast schon sexuellen Spannung, wie beim gemeinsamen Karaoke-Abend, vielleicht einfach weglassen.

Photo: © Das Erste

Kommentare:

  1. Ich glaube nicht, dass das auf Liebespaar im romantischen Sinne hinauslaufen soll. Ich denke, es soll eher in die Richtung gehen, dass Tristan wirklich gestört ist in Bezug auf Helena und das wahre Traumpaar (aus Sicht der Autren) zerstören will.

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  2. Nehme ich auch ganz stark an. Stellt sich nur die Frage, ob man die Rolle damit dann wirklich integrieren kann und sie auf täglicher Basis funktioniert.
    Und wenn sie das soll, dürfte man die Beziehung zwischen Helena und Tristan meiner Meinung nach auf Dauer nicht ganz so krankhaft darstellen. Die Aufgabe haben ja dann eher die richtigen Soap-Psycho nach der Art von Jens Kramer, die dann aber auch nach drei bis sechs Monaten verschwinden.;) Bei Tristan sollte der Aufenthalt ja unter normalen Umständen länger dauern.

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  3. Glaube ich nicht. Ich denke es wird auf Tristan unVsind sie eh keine Geschwister, weil einer von beiden als Baby vertauscht worden ist oder so.

    Ich finde beide ganz gut zusammen. Ein bisschen merkwürdig, aber gut.

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  4. Nochmal vollständig.

    Glaube ich nicht. Ich denke es wird auf Tristan und Helena als romantisches Paar hinauslaufen. Vermutlich sind sie eh keine Geschwister, weil einer von beiden als Baby vertauscht worden ist oder so.

    Ich finde beide ganz gut zusammen. Ein bisschen merkwürdig, aber gut.

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  5. Helena finde ich ganz gut, aber Tristan gefällt mir bis jetzt überhaupt nicht. Der existiert nur für Helena und dafür anderen Leuten blöde Sprüche zu drücken. Total unsympathisch.

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  6. ja das stimmt tristan ist voll unsympathisch so einer der nervt doch und macht blöde sprüche

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